Mein Irrweg durch die Ernährungstrends

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Ernährungs- und Diätratgeber gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Und täglich erscheinen neue und revolutionäre Methoden und Erkenntnisse auf dem Markt. Jeder will es besser wissen als der andere. Doch gibt es in sachen Ernährung DEN Stein der Weisen???

Meine Odyssee durch den Ernährungsdschungel begann, wie bei vielen anderen auch, mit Low Carb. Bereits in der Ausbildung zur Ernährungstrainerin wurde uns diese Ernährungsform als die einfachste und unproblematischste Lösung zur Gewichtsreduktion gelehrt. Und tatsächlich. Plötzlich schien jeder um mich herum nun low carb zu machen. Kohlenhydrate waren Pfui und Fleisch sowie Milchprodukte wurden gefeiert.

Auch das Abnehmen klappte. Freunde und Bekannte erfreuten sich einer schlankeren Figur und auch bei mir selbst „purzelten die Pfunde“ so schnell, dass ich aufpassen musste, nicht ZU dünn zu werden. (Anm.: Ich war noch nie in meinem Leben übergewichtig!) Nicht zu vergessen die Muskeln, die nun durch den erhöhten Proteingehalt zu wachsen und gedeihen begannen. Mein Körper veränderte sich. Zum Guten.

 Es dauerte nicht lange, da folgte Paleo. Ganz nach dem Motto höher, schneller, weiter wurden die Carbs immer böser, die Laktose immer schädlicher und das Gluten immer giftiger. Zumindest laut den „Experten“. Je mehr ich mich mit dem Thema gesunde Ernährung auseinander setzte, desto mehr Verbote kamen auf.

Schließlich wurde auch das Fleisch gestrichen. Clean Eating stand auf dem Programm. Alles Verarbeitete wurde gemieden, Obst und Gemüse standen im Vordergrund. So weit, so gut. Doch es geht NOCH optimaler…

Raw till 4 schien die absolute Lösung zu bieten: Keine verarbeiteten Lebensmittel, viiiieeel Rohkost und riesige Portionen ohne Gewichtszunahme. Tatsächlich sah meine Haut während dieser Zeit super aus, meine Fingernägel und Haare wuchsen im Eiltempo und die Verdauung war die beste, die ich je hatte. ABER ich hatte auch ständig Hunger. Irgendwann waren die riesigen Obst- und Smoothieportionen nicht mehr riesig genug und all die Bananen gingen mächtig ins Geld. Meine Muskeln schwanden trotz Training und mein Körper sah eher schwammig als gerippt aus.

Ähnlich sah es mit dem nächsten Trend aus: High Carb! Nicht nur, dass auch hier die Muskeln nicht so wollten wie ich es gerne hätten und ich non stop Appetit hatte, auch die Community und die Anhänger dieser Bewegung waren die schlimmsten ever. Jeder hielt sich für einen Experten und doch wusste niemand wirklich bescheid. Jeder, der nicht zu 100% einem der Gurus folgte, wurde verteufelt und verbannt. Veganer hetzten gegen Veganer. Und so wagte ich den Ausstieg und schaffte ihn zum Glück unbeschadet.

Wie ist es heute? Im Moment esse ich alles, worauf ich Lust habe, aber alles mit Bedacht. Teilweise tracke ich meine Tage um zu sehen, wie die Mikro- und Makroverteilung liegt, aber ich mache mich nicht mehr verrückt. Wenn ich an einem Tag mehr als üblich gegessen habe, esse ich am nächsten Tag eben etwas weniger oder mache eine kurze aber intensive Cardioeinheit zusätzlich zum Training. Mein Körper ist in der besten Form meines Lebens und es geht mir gut.

Ich bin nun mein eigener Experte.

Glückwunsch an mich selbst!

🙂