Welche Ernährungsform ist die wahre Religion?

Ich habe sie alle durch. High Carb, Low Carb, Vegan for Fit, Raw till 4, Starch Solution, sogar Paleo.

Teils berufsbedingt, um meinen Kunden das Beste empfehlen zu können. Teils, um die für mich optimale Ernährung zu finden. Falls ihr jetzt aber eine ultimative Empfehlung von mir erwartet, so muss ich euch enttäuschen. Ich werde mich für keine einzige aussprechen, denn meiner Meinung nach ist keine dieser Ernährungsformen die einzig wahre. Ich werde aber auch keine einzige davon ablehnen, denn jede hat ihre Daseinsberechtigung und jeder muss für sich selber herausfinden, was ihm gut tut. Aber genau da beginnt das Problem.

Oftmals wird aufgesetzten Regeln strickt gefolgt, ohne auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu hören oder die eigene, derzeitige Lebenssituation zu berücksichtigen. Werden dann doch mal öffentlich Zweifel an dem befolgten „Lifestyle“ geäußert, meldet sich sofort die Ernährungspolizei. In vielen Facebookgruppen wird regelrecht agressiv reagiert, wenn die Regeln der Gemeinschaft nicht 1:1 umgesetzt werden (können).

Teilweise nimmt es schon abstruse Ausmaße an. Blind folgen Jünger ihren Gurus und wiederholen ihre Pedigten immer und immer wieder und jeder, der nicht folgt, wird zum Feind erklärt. Dreizehnjährige geben auf ihrem youtubechannel Ernährungstipps und halten ihren kindlichen, flachen Bauch in die Kamera. In Gruppen und Foren herrscht bei den einen Angst vor Senf und Haferflocken, weil die ja zu viel Fett haben. Die anderen haben Panik vor einer Kartoffel und Zucker im Ketchup. Wieder andere, dem Untergewicht gefährlich nahe, stehen kurz vor dem Zusammenbruch, weil sie nicht weiter abnehmen. Auch ich habe heute noch teilweise mit Nachwirkungen des jeweiligen Brainwash zu kämpfen.

Und die Lösung des Ganzen? Meine Antwort: Den gesunden Menschenverstand einschalten!

Klar wird man von übermäßigem Fett fett, aber Körper braucht auch Fette für einen intakten Hormonhaushalt, das Immunsystem und einen funktionierenden Stoffwechsel. Umd es gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen dem Fett einer Schweineschwarte und einem Eßlöffel Olivenöl oder ein paar Nüssen.

Auch eine Banane ist gesund. Zu jeder Tageszeit. Voller guter Inhaltsstoffe. Doch müssen es gleich 15 auf einmal sein? Auch von einer Portion Reis am Abend ist noch niemand gestorben. Doch 300g Trockengewicht, wenn man acht Stunden am Tag in einem Bürostuhl sitzt?

Klar brauch der Körper Protein zum Muskelaufbau und -erhalt. Aber sechs mal am Tag? Und das in Form von künstlichen Shakes und Fleisch, Fleisch, Fleisch?

Leider wird oft lieber blind auferlegten Regeln gefolgt, statt sich mit dem Essem und den eigenen Bedürfnissen und Anforderungen auseinander gesetzt. Umso mehr freut es mich, dass sich ein neuer Trend zu entwickeln scheint. Immer mehr YouTuber und Instagrammer sprechen sich vermehrt für eine ausgewogene, gesunde Ernährung aus. Alles ist erlaubt, doch in Maßen. Miit vernünftigen Entscheidungen und ohne Angst vor Lebensmitteln, die den Körper nähren. Dazu mehr in einem nächsten Post 🙂

Vielleicht ist dieser Post etwas böse geraten, doch ich habe diese ganzen Einschränkungen und vor allem die Besserwisser leid, die mit Scheuklappen durch die Welt laufen, ihren neuen Lifestyle ohne jegliche Reflexion missionieren und anderen ein schlechtes Gewissen einreden, wenn diese sich mal einen „Regelverstoß“ erlauben. Damit ist niemandem geholfen. Zu bedenken ist auch, dass jeder Buch- und Programmverkäufer genau das will. Verkaufen.

In diesem Sinne, esst viel Obst und Gemüse, etwas Protein, etwas Fett und vollwertige Kohlenhydrate. Esst dann, wann ihr Hunger habt und verfallt nicht den Werbelügen im Sinne von verarbeiteten Fertigprodukten und garantierten Sixpacks in wenigen Wochen 😉

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5 Gedanken zu “Welche Ernährungsform ist die wahre Religion?

    1. Ui, das ist ein Thema für einen extra Blogpost, da es sich nicht so einfach erklären lässt. Aber erst mal so viel: Mit rawtill4 hatte ich das beste Hautbild, die beste Verdauung und die schlankeste Figur, allerdings IMMER Hunger und es ging sehr ins Geld. Ausserdem wird die Angst vor Fetten sehr geschürt und meine Muskelmasse ging definitiv zurück.
      Mit Starch Solution hat mir auch das Fett gefehlt und mein Körper hatte nicht den Look, den ich gerne hätte, da auch hier das Protein zu kurz kam. Mit der Community kam ich gar nicht klar, kam mir sehr verbissen vor. Beide Formen habe ich jeweils einige Mote ausprobiert.

      1. vielen lieben dank.ja ich kann dass sogut verstehen mit dem immer hunger haben. deshalb kann ich mir das auch nicht für immer vorstellen 🙂

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